Adresse

Kleinwachau
Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gemeinnützige GmbH
Wachauer Straße 30
01454 Radeberg (Sachsen)

Was tun, … ?

Was tun, wenn in meiner Anwesenheit jemand einen Anfall bekommt?

  • Ruhe bewahren, nicht davonrennen.
  • Den Betroffenen gegebenenfalls aus einem Gefahrenbereich entfernen.
  • Beengende Kleidungsstücke am Hals lösen.
  • Kopf polstern.
  • Krampferscheinungen nicht unterdrücken, den Betroffenen nicht aufrichten, verkrampfte Hände nicht öffnen oder festhalten, Kiefer nicht gewaltsam öffnen, keine Gegenstände zwischen die Zähne schieben.
  • Keine Unterbrechungsversuche: Nicht schütteln, klopfen oder anschreien.
  • Patient nach dem Anfall in stabile Seitenlage bringen, damit eventuell Speichel abfließen kann.
  • Nach dem Anfall bzw. Wiedererlangen des normalen Bewusstseins Hilfe und Begleitung anbieten.
  • Wichtig ist auch, die Dauer des Anfalls zu registrieren. Zumeist sind Anfälle nach ein bis zwei Minuten vorbei.

Hält der Anfall länger als fünf bis zehn Minuten an, ist das Gesicht blau angelaufen oder ist der Betroffene länger als 30 Minuten verwirrt, muss der Notarzt verständigt werden!

Telefon: 112

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Was tun, wenn ich trotz Epilepsie schwanger werde bzw. ein Kind möchte?

Wenn Sie während der Schwangerschaft Antiepileptika einnehmen, kann dies für Ihr Kind ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko darstellen. Dennoch ist es in den meisten Fällen ratsam, die Medikamente nicht abzusetzen, da unkontrollierte Anfälle ein Risiko für das Ungeborene darstellen.
Für die Wirkstoffe Lamotrigin und Carbamazepin ist anhand der vorliegenden Studien ein vergleichsweise niedriges Risiko abzuleiten. Die meisten Schwangerschaften verlaufen unter dem Einfluss von Antiepileptika aber unkompliziert.

Eine genaue Einschätzung des Risikos, insbesondere für die neu entwickelten Antiepileptika, ist bisher jedoch nicht möglich. Frauen mit Epilepsie und Kinderwunsch bzw. Schwangerschaft empfehlen wir, sich an einen Facharzt zu wenden (z.B. über die Ambulanz unseres Hauses).
Unsere Ambulanz kann Sie auch in das europäische Schwangerschaftsregister für Schwangerschaften unter Antiepileptika (EURAP) aufnehmen. Das Ziel von EURAP ist ein Vergleich der Sicherheit der verschiedenen Antiepileptika für das ungeborene Kind.

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Was tun, wenn ich vergessen habe, meine Medikamente einzunehmen?

Prinzipiell ist es wichtig, die Antiepileptika regelmäßig und in gleichmäßigen Abständen einzunehmen, z.B. 8 Uhr und 20 Uhr bei zweimal täglicher Einnahme.

Bei unregelmäßiger Medikamenten-Einnahme schwankt die Wirkstoffkonzentration im Blut. Damit steigt das Risiko für erneute oder vermehrte Anfälle.
Sollten Sie dennoch einmal die Einnahme vergessen haben, können sie ihre Medikamente auch noch einige Stunden später nachnehmen. Sie sollten aber nicht eigenständig die Dosis verändern, um die vergessene Einnahme auszugleichen.

Halten Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt. Die Benutzung von Dosierdöschen (Dosetten) kann die regelmäßige Medikamenteneinnahme deutlich verbessern.

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Was tun, wenn ich meine Medikamente nicht vertrage?

Antiepileptika können wie alle Medikamente neben den erwünschten Wirkungen (Anfallsfreiheit oder Verminderung der Anfallsfrequenz) auch unerwünschte Wirkungen (z.B. Übelkeit, Schwindel, Hautreizungen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Osteoporose) haben.

Diese Nebenwirkungen treten oft in der Anfangsphase (bei der »Eindosierung«) verstärkt auf und können gelegentlich zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen. Vereinzelt kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die notfallmäßig medizinisch behandelt werden müssen.

Wenn Sie Ihr Medikament nicht vertragen, sollten Sie sich mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung setzen. Bitte setzen Sie Ihre Medikamente nicht eigenständig und ohne Rücksprache ab – bedenken Sie, dass damit das Anfallsrisiko steigt.

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Was tun, wenn ich mich impfen lassen möchte?

Epilepsiekranke Menschen sollten grundsätzlich den gleichen Impfschutz erhalten wie alle anderen Menschen. Zum Zeitpunkt des Impfens sollten Sie allerdings körperlich gesund sein.

Kindern mit Fieberkrämpfen oder Epilepsie kann man nach der Impfung evtl. prophylaktisch ein fiebersenkendes Medikament geben.

Während und kurz nach einer Cortison- oder ACTH-Therapie sind Lebend-Impfungen gefährlich und Tot-Impfungen nicht sinnvoll.

Wichtig ist vor allem ein vollständiger Tetanus-Impfschutz, da bei Anfällen Verletzungsgefahr besteht. Alle Impfungen, die die "Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut" (STIKO)empfiehlt, sind auch bei Epilepsie unbedenklich.

Da gegen die Keuchhusten-Impfungen vielerorts noch Bedenken bestehen, sei hier betont, dass die neue Impfung (»azelluläre Pertussisvakzine ("Pa"«) nach bisherigen Erkenntnissen Epilepsien weder auslöst noch verschlimmert. Nur bei fortschreitender neurologischer Erkrankung sollte diese Impfung unterbleiben.


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