Patienten, die an einer fokalen Epilepsie leiden und trotz mehrfacher Umstellung der Medikamente nicht anfallsfrei sind, kann möglicherweise ein operativer Eingriff helfen. Dabei wird die Hirnregion, in der die Anfälle entstehen, entfernt.
Die Patienten sollen nach der Operation entweder anfallsfrei sein oder deutlich weniger Anfälle bekommen und somit eine höhere Lebensqualität erlangen.
Zwei Grundvoraussetzungen müssen für eine solche Operation erfüllt sein:
- Die Hirnregion, in der die Anfälle ihren Ursprung haben, muss sich genau eingrenzen lassen (sogenannte fokale Epilepsie).
- Die anfallsauslösende Hirnregion kann operativ entfernt werden, ohne schwerwiegende Schäden zu verursachen.
Ob eine fokale Epilepsie vorliegt, lässt sich in der Regel bereits ambulant klären: anhand des Anfalltyps, der EEG-Befunde und ggf. einer kernspintomografischen Untersuchung des Gehirns. Um jedoch präzise die Hirnregion einzugrenzen, in der die epileptischen Anfälle entstehen, werden über mehrere Tage Anfälle aufgezeichnet (mittels gleichzeitiger Video- und EEG-Ableitung). Ergänzt wird dies durch Kernspintomographie, eine neuropsychologische Testung sowie eine sozialmedizinische und eine psychiatrische Untersuchung und Beratung.
Patienten der Epilepsiechirurgie betreut ein Team aus speziell geschulten Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Pflegepersonal und medizinisch-technischen Assistenten. Die Station verfügt über fünf Ableiteplätze, die in geräumigen Einzelzimmern mit angeschlossener Dusche und WC untergebracht und mit einem eigenen TV-, Telefon- und Internetanschluss versehen sind.
Auf der Station gibt es auch Spiele und eine kleine Bibliothek.
Eine endgütige Entscheidung, ob und ggf. welche epilepsiechirurgische Verfahren zur Therapie geeignet sind, fällt erst nach Abschluss der Diagnostik. Dazu werden zunächst alle erhobenen Befunde im Rahmen einer Fallkonferenz mit den Kollegen des Universitätsklinikum Dresden diskutiert. Gemeinsam entscheiden wir, ob ein epilepsiechirurgischer Eingriff durchführbar ist oder ob noch weitere Diagnostik erforderlich ist.
Die Ergebnisse der Fallkonferenz besprechen wir anschließend ausführlich mit dem Patienten und ggf. dessen Angehörigen.
Eventuell notwendige Zusatzdiagnostik kann z.B. umfassen:
- eine funktionelle MRT-Untersuchung zur Lokalisation der Sprachregion
- eine Untersuchung in einem sogenannten Hochfeld-MRT
(Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie der Universität Magdeburg) - eine SPECT-Untersuchung vor und im Anfall (ein Verfahren zur bildlichen Darstellung der Gehirndurchblutung)
- eine invasive EEG-Ableitung mit Elektroden, die auf oder in das Gehirn implantiert werden
Diese Untersuchungen führt die Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Dresden entweder ambulant oder stationär durch.
Auch die operative Behandlung erfolgt in der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Dresden. Die Nachsorge der bei uns diagnostizierten Patienten erfolgt in Kleinwachau.


