(Stand: 04.07.2006)
Schulprogramm
- Wer wir sind
- Leitbild
- Die Lernbedingungen an unserer Schule
- Unsere pädagogische Arbeitsweise
- Kontakte zur Öffentlichkeit
Wer wir sind
Die staatlich genehmigte Förderschule für geistig Behinderte befindet sich seit 1993 in freier Trägerschaft.
Träger der Förderschule ist Kleinwachau, das Sächsische Epilepsiezentrum Radeberg, eine überregionale Spezialeinrichtung für Anfallskranke mit den weiteren Bereichen: Fachkrankenhaus für Neurologie mit Ambulanz, Werkstatt für behinderte Menschen und Wohnbereiche. Die gemeinnützige GmbH Kleinwachau - Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg ist Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Die Förderschule liegt im Radeberger Ortsteil Liegau-Augustusbad in landschaftlich schöner Umgebung nördlich von Dresden.
Um den Bedürfnissen der Schülerschaft besser zu entsprechen, wurde 2002 ein neues, modern ausgestattetes, behindertengerechtes Schulgebäude eingeweiht.
In unserer Schule lernen Schüler mit und ohne Epilepsie.
Es wird kein Schulgeld erhoben.
Leitbild
Nehmet einander an, wie Christus uns angenommen hat.
(Römer 15,7)
"Menschen mit ihren Grenzen und Begabungen sollen bei uns Partner finden, die ihnen bei der Suche nach bestmöglichen Lebensperspektiven zur Seite stehen. Dafür setzen sich die Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen mit Verständnis, kompetenter Hilfe und individuellen Betreuungsangeboten ein. Gemeinsame religiöse Erfahrungen bereichern und vertiefen das Leben in Kleinwachau und geben Kraft für die tägliche Arbeit." (Auszug aus dem Leitbild des Sächsischen Epilepsiezentrums Radeberg)
Die Arbeit an der Förderschule orientiert sich am christlichen Menschenbild und der Ehrfurcht vor dem Leben, insbesondere der Wertschätzung aller Schüler und Mitarbeiter.
Die Förderschule ist offen für Schüler mit und ohne Kirchenzugehörigkeit. Religions- und Ethikunterricht werden als Wahlpflichtfächer angeboten.
Die Lernbedingungen an unserer Schule
Unterrichts- und Betreuungszeiten
In Abhängigkeit der Beförderungszeiten werden die Schüler von 7 bis 16 Uhr betreut.
Der Tagesablauf:
bis 8 Uhr: Betreuung ankommender Schüler
8 bis 9.30 Uhr: erste Unterrichtseinheit
9.30 bis 10 Uhr: Frühstückspause
10 bis 11.30 Uhr: zweite Unterrichtseinheit
11.30 bis 13 Uhr: Mittagspause (3 kostenpflichtige Wahlessen)
13 Uhr (Werkstufe 12.15 Uhr) bis 14.30 Uhr: dritte Unterrichtseinheit
bis 16 Uhr: Schülerbetreuung möglich
In den Herbst- , Winter- und Sommerferien bieten wir für Schüler berufstätiger Eltern jeweils zwei Wochen Schülerbetreuung von 7 bis 16 Uhr an. Dafür müssen die Schüler gesondert angemeldet werden.
Schülerbeförderung
Grundsätzlich werden die Schüler mit Fahrdiensten zur Schule befördert. Die Organisation der Schülerbeförderung obliegt dem Landratsamt Kamenz.
Nach Erlangung entsprechender Selbstständigkeit und in Absprache zwischen Elternhaus und Schule besteht die Möglichkeit, den Schulweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewältigen.
Lernstufen und Klassengemeinschaften
Unsere Schüler realisieren ihre Regelschulzeit innerhalb der Unterstufe, Mittelstufe und Oberstufe. Die anschließende dreijährige Berufsschulpflicht durchlaufen die Schüler innerhalb der Werkstufe. Nach Beendigung der 12jährigen Schulzeit können die Eltern eine freiwillige Verlängerung des Schulbesuches um maximal 2 Jahre beantragen. Dies setzt eine pädagogische Begründung voraus.
Derzeit lernen 66 Schüler in 10 Klassen an unserer Schule. Die Klassenstärke richtet sich nach der jeweiligen Lernstufe und dem sonderpädagogischen Förderbedarf der Kinder und Jugendlichen.
Unter unserem Dach befindet sich die Krankenhausschule. Hier lernen Schüler unterschiedlichen Alters, die sich längere Zeit im Kleinwachauer Fachkrankenhaus für Neurologie aufhalten. Der Unterricht aller Klassenstufen und Schularten ist hier möglich.
Lernorte
Farblich ansprechend fügt sich das Schulgebäude harmonisch in das Landschaftsbild ein. Liebevoll gestaltete Außenanlagen umgeben es und unterstützen die förderpädagogische Arbeit. Zu diesen gehören ein Schulgarten, Hochbeete, behindertengerechte Spielgeräte, ein Bolzplatz, Sinnespfade, Sandspielflächen und sonnengeschützte Sitzecken.
Betreten der Schule wird man von einem großzügig und von den Schülern künstlerisch gestalteten Eingangsbereich willkommen geheißen.
besondere Gestaltungskonzept des Schulhauses unterstützt die Orientierung der Schüler.
Einrichtung und Ausgestaltung der Klassenräume ist individuell auf die Bedürfnisse und Interessen der Schüler abgestimmt. Je zwei Klassenräume verfügen über einen angegliederten Gruppenraum. Von allen Klassenräumen sind die Außenanlagen einfach zu erreichen.
Folgende Fachräume ermöglichen einen ganzheitlich orientierten Lernprozess: Turnraum, Musik- und Rhythmikraum, Bewegungsbad, Werkräume, Lehrküche, Computerraum, Raum zur Sensorischen Integration, Snoezelenraum, Raum zur Sprachförderung, Physiotherapie, Diagnostikraum, Sinnesraum.
Unser Team
An unserer Förderschule arbeiten zur Zeit der Schulleiter, seine Stellvertreterin sowie 28 Lehrkräfte und pädagogische Unterrichtshilfen.
Alle Kollegen verfügen über eine entsprechende pädagogische Qualifikation.
Mit dem pädagogischen Team arbeiten Physiotherapeuten, Sprachtherapeuten und Ergotherapeuten.
Praktikanten und Zivildienstleistende unterstützen und bereichern unsere Arbeit.
Unsere pädagogische Arbeitsweise
Ziel der Arbeit in der Förderschule ist es, die Entwicklung der Schüler ganzheitlich zu fördern und unter Berücksichtigung ihrer individuellen Möglichkeiten zu größtmöglicher Eigenständigkeit, Integration und einem Verhalten in sozialer Verantwortung zu befähigen.
Aufnahmeverfahren
Nach Anmeldung an der zuständigen Grundschule erfolgt die Aufnahme an unsere Schule über ein Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs.
In der Regel werden Schüler ab vollendetem 6. Lebensjahr aufgenommen. Grundlagen dafür sind der Antrag der Eltern und die Zuweisung des zuständigen Regionalschulamtes. Diagnostiklehrer unserer Schule führen die Begutachtung zur Feststellung des Förderbedarfs durch.
Richtlinien unserer Unterrichtsarbeit
Orientierungsgrundlage und Maßgabe jeglicher Förderung ist der "Lehrplan der Schule für Geistig Behinderte" (Hrsg.: Sächsisches Staatsministerium für Kultus). In diesem heißt es: "Erziehung und Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit förderpädagogischen Bedarf im Bereich der geistigen Behinderung orientiert sich grundsätzlich an den allgemeinen Zielen für Schulen. Jede Schülerin und jeder Schüler hat unabhängig von Art, Grad und Umfang seiner Beeinträchtigung Anspruch auf eine alle Entwicklungsbereiche umfassende Erziehung und auf Unterricht mit lebenspraktischem Bezug." (ebd.,S.5)
Als weitere Orientierungsgrundlage gelten für unsere Arbeit die "Empfehlungen zum Förderschwerpunkt geistige Entwicklung" (Hrsg.: Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, 1998)
Zur Umsetzung der Lehrplaninhalte erarbeiten die Pädagogen individuelle Förderpläne für jeden Schüler.
Lernbereiche und Unterrichtsfächer
Die Bildungs- und Erziehungsarbeit wird in Lernbereiche des grundlegenden und des fachorientierten Unterrichts gegliedert:
Lernbereiche des grundlegenden Unterrichts:
- Wahrnehmung und Denken
- Kommunikation und Lautsprache
- Lesen und Schreiben
- Mathematik
- Soziale Beziehungen
- Liebe - Freundschaft - Sexualität
- Natur und Umwelt
- Heimat und Verhalten im Straßenverkehr
- Selbstversorgung - Wohnen
- Technik
Lernbereiche des fachorientierten Unterrichts:
- Ethik/Religion
- Werken - Textilarbeit
- Hauswirtschaft
- Sport
- Musik - Tanz - Rhythmik
- Kunsterziehung
- Arbeit und Beruf
Zusätzlich zum Sportunterricht erhalten unsere Schüler die Möglichkeit, das Schwimmen zu erlernen.
Schülerinnen und Schüler, die in einem Lernbereich überdurchschnittlich gute Leistungen zeigen, können nach Teilen eines Fachlehrplanes der Förderschulen für Lernbehinderte unterrichtet werden. Lehrpläne für Grundschulen werden evt. ebenfalls einbezogen.
Formen der Unterrichtsarbeit
Der Unterricht erfolgt im Klassenverband, in kleineren Gruppen oder in Einzelförderung.
Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit steht der ganzheitliche Lehr- und Lernansatz (alle Sinne ansprechend).
Wir orientieren uns an aktuellen Methoden der förderpädagogischen Arbeitsweise.
Wir arbeiten fächer- und klassenübergreifend.
Mit projektorientiertem Unterricht, der unmittelbar auf die Erlebniswelt der Schüler eingeht, bereiten wir die Kinder und Jugendlichen auf eine möglichst selbstständige Lebensführung vor.
In freien Arbeitsformen (Freiarbeit) unterstützen wir die Selbsttätigkeit und die Kreativität der Schüler.
In klassenübergreifenden Kursen kommen Leselernmethoden unter Berücksichtigung der Entwicklungsstufen nach Hublow zur Anwendung.
Wöchentlich angebotene Neigungskurse tragen zum freudbetonten Lernen und zur Interessenfindung unserer Schüler bei.
Rituale strukturieren den Schulalltag und berücksichtigen das besondere Lernverhalten unserer Schüler.
Wir schaffen Möglichkeiten des integrativen Unterrichts an unserer oder anderen interessierten Schulen der Umgebung.
Weitere methodische Ansätze unserer Unterrichtsarbeit sind:
Bewegtes Lernen, Motopädie, Psychomotorik, Schwimmlehrgang nach Mc Millan; Spiel, Sozialtraining; Basale Stimulation, Snoezelen, Sensorische Integration; Förderpflege; Basale Kommunikation, Unterstützte Kommunikation, Sprachförderung, TEACH-Programm; Montessori - Pädagogik, verschiedene Lese-, Schreib- und Rechenlernmethoden.
Besonderheiten der Werkstufenarbeit
Im Mittelpunkt der Werkstufenarbeit stehen die lebenspraktische und berufliche Vorbereitung des Schülers, ausgehend von seinen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen.
In Zusammenarbeit mit den Eltern, dem Berufsbildungsbereich der Werkstatt für behinderte Menschen, dem Arbeitsamt und regionalen Firmen ermöglichen wir Schülerpraktika und eine begleitende Berufsberatung.
Der vor allem praktisch orientierte Unterricht soll den Schüler unterstützen, in Zukunft ein möglichst selbstständiges Leben führen zu können.
Nach Beendigung der Werkstufe erhalten die Schüler eine Abschlussbeurteilung.
Höhepunkte im Schulalltag
Die Förderschule beteiligt sich an Festen und Veranstaltungen des Epilepsiezentrums. Diese sind offen für Schüler, Eltern und Angehörige.
Höhepunkte in unserem Alltag sind Schulgottesdienste und Feste und Feiern im Kirchenjahr, Geburtstage, Weihnachtsmärkte, Landheimaufenthalte, Sportfeste und die Teilnahme an Wettkampfveranstaltungen. Schulprojekttage, Schuleinführungs- und Schulabschlussfeiern, Theaterbesuche, Schülerkonzerte u.v.a.m. gehören ebenfalls dazu.
Andachten und Gottesdienste werden von uns so gestaltet, dass sie auch als ein Angebot zur Gestaltung und Deutung des eigenen Lebens von den Mitarbeitern und Schülern angenommen werden können, die nicht im christlichen Glauben verwurzelt sind.
Strukturen unserer Zusammenarbeit
Die Kommunikation zwischen den Pädagogen, Eltern und Schülern ist Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Den Rahmen dafür bilden unter anderen folgende Strukturen:
- Enge Zusammenarbeit der Schulleitung mit den Pädagogen
- Tagungen der Schulkonferenz
- Zusammenkünfte des Lehrerrates
- Beratung Schulleitung - Elternsprecher
- Treffen des Schülerrates
- monatliche Dienstberatung
- Austausch in Fachschaften
- Zusammenarbeit in Teams, in Klassenkonferenzen
- Zusammenkunft im pädagogischen Rat
- Elternabende, Elternseminare und Elterngespräche
- Austausch mit Therapeuten
Wir beziehen die Eltern in den Bildungs- und Erziehungsprozess ihres Kindes mit ein. "Eltern haben das Recht und die Aufgabe, die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Schule zu fördern und mitzugestalten" (Schulgesetz §45).
Fort- und Weiterbildung
Alle Kollegen erhalten die Möglichkeit sich weiterzubilden. Sie verpflichten sich kontinuierlich an Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen.
Kontakte zur Öffentlichkeit
Die Förderschule präsentiert sich:
- durch Veröffentlichungen in regionalen Tageszeitungen
- im Internet unter www.kleinwachau.de
- am Tag der offenen Tür
- durch Ausstellungen und Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Einrichtung
- durch gemeinsame Feste und Feiern mit Kindern und Jugendlichen anderer Einrichtungen
- durch integrative Unterrichtsformen
- in internen Zeitschriften (Schülerzeitung, "Der Kleinwachauer")
- bei sportlichen Wettkämpfen
- durch Öffnung des Schulgebäudes für andere Institutionen
- durch Schulführungen für interessierte Personen
Informationen & Kontakt
Sekretariat Förderschule
- Telefon:
- (03528) 431 - 1620

