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Epilepsiechirurgie

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl und hat EEG-Kabel am Kopf. Ein zweiter Mann kontrolliert diese Kabel.

Chefarzt Dr. Thomas Mayer (links) und Tom Körner, erfolgreich operierter Patient.

Ein Mann schaut auf Monitor. Darin sieht man einen weiteren Mann mit EEG-Kabeln auf dem Kopf.

Bei der Diagnostik werden Hirnströme mit EEG-Ableitungen und Videoaufnahmen überwacht.

Sechs von zehn Epilepsie-Patienten werden durch eine Operation anfallsfrei, wenn die epileptischen Anfälle in einer spezifischen Region des Gehirns entstehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die gerade in der renommierten Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde. Dafür wurden Daten von 36 Epilepsiezentren aus 12 europäischen Ländern ausgewertet, darunter auch die von 50 Patienten vom Epilepsiezentrum Kleinwachau aus Radeberg. „Wir sind sehr stolz, bei dieser Studie mitgewirkt zu haben. Schließlich schaffen es nur wenige Artikel in das ‚New England Journal of Medicine‘ - das ist schon eine große Ehre. Es ist das am meisten zitierte ärztliche Journal, man kann es quasi als das Weltärzteblatt bezeichnen. So konnten wir als einziges Epilepsiezentrum aus Mitteldeutschland unsere über Jahre gesammelten Erkenntnisse wissenschaftlich weitergeben," sagt Dr. Thomas Mayer, Chefarzt am Epilepsiezentrum Kleinwachau.

Zwischen dem ersten epileptischen Anfall und einer erfolgten Operation vergehen im Durchschnitt 16 Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie und zeigt zugleich auf, dass gerade ein zeitiger Eingriff höhere Erfolgsaussichten auf Anfallsfreiheit liefert. Bei Tom Körner aus Grimma ging es dagegen schnell. Mit knapp 30 Jahren hatte er einen ersten Anfall, kurze Zeit später häuften sich diese. Auf Medikamente sprach er auch nach zweijähriger Behandlung nicht an. Schließlich lieferte die Diagnostik im Epilepsiezentrum Kleinwachau den Hinweis, dass ein epilepsiechirurgischer Eingriff mit hohen Erfolgsaussichten auf Anfallsfreiheit verbunden war. Es vergingen weniger als vier Jahre zwischen dem ersten Anfall und der erfolgreichen Operation, bei der im Universitätsklinikum Dresden ein Teil des Schläfenlappens entfernt wurde. Heute ist der 33-jährige KFZ-Mechaniker anfallsfrei. Er darf Auto fahren, kann seinen Beruf ohne Einschränkungen ausführen und hat an Lebensqualität gewonnen. „Mir ist es wichtig, dass andere Menschen von dieser Behandlungsmethode erfahren. Nur wenige wissen, was Epilepsie überhaupt ist. Und viel weniger können sich vorstellen, dass auch eine Operation helfen kann", sagt der junge Mann.

Im Epilepsiezentrum Kleinwachau hat man bereits seit 13 Jahren Erfahrungen in der epilepsiechirurgischen Diagnostik.

Meldung vom: 30.10.2017


Kleinwachau - Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gemeinnützige GmbH | Wachauer Straße 30 | 01454 Radeberg

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