Ehrenamt

"Schafft euch ein Nebenamt ... Tut die Augen auf und suchet, wo ein Mensch ein bisschen Zeit ... ein bisschen Fürsorge braucht. ... Wer kann die Verwendungen alle aufzählen, die das kostbare Betriebskapital, Mensch genannt, haben kann! An ihm fehlt es an allen Ecken und Enden. Darum suche, ob sich nicht eine Anlage für dein Menschentum findet." (Albert Schweitzer)

Schenken Sie uns Ihre kostbare Zeit.
Sie werden offene und dankbare Menschen bei uns finden!

Menschen mit Behinderungen und mit Epilepsie finden in Kleinwachau Bildungsangebote, Wohnmöglichkeiten, Arbeitsplätze, medizinische Hilfe und Beratung. Dennoch ist eine normale Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft für sie meist viel schwieriger als für andere.

Ehrenamtliches Engagment ist hier eine wertvolle Unterstützung! Dabei geht es vor allem um soziale Kontakte und ein besonderes Maß an Zuwendung. Ehrenamtliche Mitarbeiter stellen ihre Erfahrungen, ihre Talente, ihre Ideen und ihre Zeit zur Verfügung. Sie bereichern den Kleinwachauer Alltag um Angebote, die ohne freiwilliges Engagement nicht möglich wären.

"Da kommt vieles in Bewegung", meinte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter zu seiner Tätigkeit, "Nicht nur bei den Menschen die ich begleite, sondern auch bei mir. Und Spaß macht es außerdem!"  Beide Seiten machen neue Erfahrungen, lernen von- und übereinander.

Möglichkeiten gibt es viele:

  • Besuche, Gespräche, Vorlesen, Zuhören, Spiele
  • Spaziergänge, Begleitung von Ausflügen
  • Gestaltung eines Abend oder Nachmittags, z.B. mit einem Diavortrag

Was wir brauchen

... ist Unterstützung in folgenden Bereichen:

  • Angebote zur Freizeitgestaltung, offene Abende, Kurse und Seminare
  • Hilfe und Begleitung zu Ausflügen, Veranstaltungen und Gruppenurlauben
  • Aufbau von sozialen Beziehungen oder individuellen Patenschaften

Was Sie wissen sollten

  • Außer einer aufgeschlossenen Haltung gegenüber Menschen mit Behinderungen sind keine Vorkenntnisse nötig. Unsere Mitarbeiter geben Ihnen zur Vorbereitung alle notwendigen Hilfen und Informationen, um Ihnen den "Einstieg" zu erleichtern.

  • Entstehende Unkosten (z.B. für Material) werden durch das Epilepsiezentrum bzw. seine Bewohner erstattet. Auf Wunsch stellen wir auch Spendenquittungen aus.

  • Bei jeder Veranstaltung ist auch ein Mitarbeiter des Epilepsiezentrums anwesend - im Bedarfsfall steht immer ein Ansprechpartner zur Verfügung.

  • Ehrenamtliche Mitarbeiter sind für den "Fall der Fälle" über eine unserer Versicherungen geschützt.

Ansprechpartner

Elisabeth Roth

Pfarrerin

Foto Elisabeth Roth, Pfarrerin
Telefon:
(03528) 431-1877
Fax:
(03528) 431-1030
E-Mail:
e.roth@kleinwachau.de

Erfahrungsbericht

Ehrenamt in den Kleinwachauer Wohnbereichen

An einen Sonntag im Juni 2004 war es soweit: Ich trat meinen ehrenamtlichen Dienst in Kleinwachau an. Ich muss gestehen, so richtig wohl war mir dabei nicht – was erwartet mich jetzt? Wie erstaunt war ich, als ich die Tür der Wohngruppe Wiesenhaus 5 öffnete, wie gemütlich es eingerichtet war, der Frühstückstisch war sehr liebevoll gedeckt. Meine Vorstellungen eines Wohnheimes waren schon dahin. Meine erste Aufgabe war, mit den Bewohnerinnen Betten zu machen. Ich fühlte mich sofort integriert in das Team von Wiesenhaus 5, die Bewohnerinnen hatten überhaupt keine Scheu vor mir, was meine anfänglichen Hemmungen schnell abbauen half.

Britta Albrecht malte in ihrem Zimmer schon nach ein paar Stunden ein Bild von mir, wobei mir auffiel, dass sie sich in kurzer Zeit viele Details gemerkt hatte, was ich auf meinem Bild wieder fand: ob es die Anzahl der Knöpfe war oder die Art meiner Schuhe, das ich eine Kette mit Kreuz, eine Uhr und Brille trug, nichts hatte sie vergessen. Ich fragte mich, hätte ich auch so ein Bild mit all diesen Details zustande bekommen?

Im letzten Jahr habe ich viele schöne Stunden bei Ausflügen, Spaziergängen, mit dem Team und den Bewohnern erlebt. Für die vielen neuen Erfahrungen, die ich machen konnte, bin ich sehr dankbar. Die Scheu gegenüber behinderten Menschen ist weg. Ich gehe jetzt im Alltagsleben ganz anders mit dem Thema Behinderung um. Mir wurde noch tiefer bewusst, dass jedes Leben lebenswert ist, dass jedes Lebewesen einmalig ist. Ich merke, dass sich die Frauen freuen, wenn ich komme. Das ist ein schöner Dank. Es ist für mich auch die Definition Ehrenamt: für Menschen da sein mit dem Lohn eines einfachen Danke! Oder die Freude in den Augen der Bewohner.

Ich kann jedem raten, es mal mit einem Ehrenamt zu versuchen, man kann nichts verlieren (außer überflüssige Zeit) – nur gewinnen. Als Ehrenamtlicher kann man in Kleinwachau wertvolle Erfahrungen mit anderen Menschen gewinnen.

Holger Wedemeyer


Kleinwachau - Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gemeinnützige GmbH | Wachauer Straße 30 | 01454 Radeberg

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