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Kleinwachau
Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gemeinnützige GmbH
Wachauer Straße 30
01454 Radeberg (Sachsen)

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Begegnung

sieben Männer und eine Frau auf einem Gruppenbild. Vorn stehen Menschen mit Behinderung, hinter ihnen Poltiker.

Politiker von vier Parteien (hinten) kamen im Radeberger Rathaus mit Menschen mit Behinderung (vorn) zusammen

Blick in den Raatssaal. Hier sitzen mehr als 30 Menschen in einer großen Runde zusammen.

Rund 30 Menschen mit Behinderung folgen aufmerksam den Ausführungen der Politiker

ein Mann mit Brille spricht mit einem anderen Mann

In „Murmelgruppen“ tauschten sich die Politiker mit den behinderten Menschen auf Augenhöhe aus. Hier Bundestagskandidat Jens Bitzka (B90/Die Grünen)

ein Mann mit Brille und langem Bart lächelt in die Kamera. In der Hand trägt er Akten.

Markus Hutschenreuther arbeitet im Epilepsiezentrum Kleinwachau. Er hatte die Idee zu dieser Veranstaltung und organisierte den Informationstag

Das war schon eine besondere Informationsveranstaltung, die am 20. Juni im Radeberger Ratssaal stattfand. Vier Politiker stellten sich und ihr Programm den rund 30 Gästen vor und nutzten dabei einfach zu verstehende Sätze. Denn die Gäste waren allesamt Menschen mit einer geistigen Behinderung und somit sind auch sie Wählerinnen und Wähler. Denn Menschen mit Behinderung sind nicht per se von Wahlen ausgeschlossen. Nur, wer einen Betreuer für alle Angelegenheiten hat oder sich aufgrund einer Straftat in einem psychiatrischen Krankenhaus befindet, darf nicht wählen. Menschen, die nicht lesen können, dürfen sogar eine Person zur Wahl mitnehmen, die sie unterstützt. Das gilt auch für Menschen mit körperlichen Behinderungen. Die Hilfsperson darf den Wähler dabei aber nicht beeinflussen und muss die Wahl geheim halten. Für blinde Menschen und Menschen mit einer Sehbehinderung gibt es sogenannte „Stimmzettel-Schablonen" in Braille-Schrift. Diese helfen dabei, das Kreuz an der für sie richtigen Stelle zu setzen.

„Menschen mit geistiger Behinderung werden als Wählergruppe nicht wahrgenommen", sagt Markus Hutschenreuther. Und das wollte der junge Heilerziehungspfleger vom Epilepsiezentrum Kleinwachau ändern. Deswegen hat er vor gut zwei Jahren einfach alle großen Parteien angeschrieben und um einen Besuch gebeten. Mit vollem Erfolg. Die Grünen haben ihn und seine Gruppe im Plenarsaal des Landtags empfangen. Die Linken konzipierten ein Planspiel zur Gründung von Parteien und zum Wahlkampf und SPD und CDU zeigten mit Power-Point-Präsentationen ihr Programm. FDP und Piraten-Partei sagten ab, die AfD hatte damals nicht geantwortet.

Nun hatte Hutschenreuther Teil zwei seiner politischen Charmeoffensive gestartet und brachte diese Parteien und die geistig behinderten Menschen vor der Bundestagswahl noch einmal im Radeberger Rathaus zusammen. In Murmelgruppen sprachen sie gemeinsam über Inklusion, Herkunft und Kennzeichnung von Lebensmitteln und den Fall der Berliner Mauer. Bei einer Podiumsdiskussion lieferten sich die Vertreter von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken ein Rededuell. Die Politiker bezogen dabei Stellung und mussten auch zu Fragen rund um Mindestlohn für behinderte Menschen Farbe bekennen. „Das ermöglicht den behinderten Menschen, Standpunkte zu vergleichen und einen Überblick zu bekommen", fasste Markus Hutschenreuther den gelungenen Informationstag zusammen. Vor der Bundestagswahl will er mit seinen Kollegen die Bewohner des Epilepsiezentrums nochmals über den Wahlablauf, barrierefreie Zugänge und Wahlunterstützung informieren. Damit auch sie von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.

 

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Meldung vom: 20.06.2017


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