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  5. Gartenfest zu 25 Jahre Tobiasmühle

10.09.2026 // Wohnangebote

25 Jahre Tobiasmühle

Bei bestem Wetter hat das Außenwohnangebot Tobiasmühle des Epilepsiezentrums Kleinwachau am vergangenen Samstag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Beim Gartenfest genossen zahlreiche Gäste die fröhliche Atmosphäre, gute Gespräche und ein abwechslungsreiches Programm.

Für Begeisterung sorgte die Akrobatengruppe aus Ottendorf-Okrilla mit ihrer eindrucksvollen Vorführung. Ein besonderes Highlight waren die freundlichen Esel aus Wachau, die viele Besucher:innen anzogen.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Band „Evergreens“, die mit bekannten Melodien für beste Stimmung sorgte. So wurde das Jubiläum zu einem rundum gelungenen Fest mit vielen schönen Begegnungen.

Eine Geschichte, die mit Kleinwachau verbunden ist

Die Geschichte der Tobiasmühle reicht weit über die vergangenen 25 Jahre hinaus. Sie ist eng mit der Geschichte des Epilepsiezentrums Kleinwachau verbunden. Denn Karl Graf von Brühl-Renard, einer der Gründer Kleinwachaus, war zugleich Stifter und Schirmherr der Tobiasmühle. Im Jahr 1889 übernahm er den Vorsitz des Gründungsvorstands von Kleinwachau. Im selben Jahr entstand auch das Mädchenheim Tobiasmühle.

Die Geschichte des Ortes, an dem sich heute die Tobiasmühle befindet, reicht allerdings noch weiter zurück. Bei der Tobiasmühle handelte es sich ursprünglich um eine Wassermühle an der Großen Röder. Sie wurde auch als Richtermühle oder „Mittelmühle“ von Lotzdorf bezeichnet. 1893 endete der Mühlenbetrieb: Die Mühle wurde an die Innere Mission verkauft und anschließend in ein Frauenheim für obdach- und heimatlose Frauen und Mädchen umgewandelt.

Damit begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Tobiasmühle. Während der Mühlenbetrieb endete, blieb der Ort über Jahrzehnte eine soziale Einrichtung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tobiasmühle als Altersheim genutzt.

Von der Altenpflege zum Wohnangebot

Am 1. Januar 1992 wurde das Altenpflegeheim Tobiasmühle Teil des Epilepsiezentrums Kleinwachau. Zu diesem Zeitpunkt lebten dort 29 Frauen, die täglich Pflege und Unterstützung benötigten. Die damaligen Lebensverhältnisse waren beengt: In einem großen Schlafsaal standen elf Betten.

Im Februar 1996 beschloss der Vorstand des Epilepsiezentrums, die Tobiasmühle als Altenpflegeheim zum Ende des Jahres zu schließen. Gleichzeitig begann bereits die Entwicklung hin zu einer neuen Nutzung als Wohnangebot für Menschen mit Behinderung.

Im Juni 1996 zog die erste Wohngruppe in ein saniertes Seitengebäude der Tobiasmühle ein. Neun Bewohner:innen aus Kleinwachau, vier Frauen und fünf Männer, fanden dort ein neues Zuhause. Ihnen standen Ein- und Zweibettzimmer zur Verfügung. Drei Mitarbeiter:innen ermöglichten die kontinuierliche Betreuung.

Für die Bewohner:innen bedeutete der Umzug eine deutliche Verbesserung ihrer Wohnsituation. Zuvor hatten sie mit 15 bis 20 anderen Menschen in Wohngruppen in Kleinwachau gelebt. Die kleinere Gruppe bot bessere Möglichkeiten zur selbstbestimmten Gestaltung des Alltags und mehr Individualität. Gleichzeitig blieben die Bewohner:innen an die Fachdienste sowie die Freizeit- und Sportangebote des Epilepsiezentrums angebunden.

34 Menschen finden in der Tobiasmühle ein Zuhause

Ein weiterer wichtiger Meilenstein folgte am 6. Juni 2001: Nach eineinhalb Jahren umfassender Bauarbeiten wurde die Tobiasmühle als Wohnheim eingeweiht. Nun bot sie 34 Menschen mit Behinderung ein neues Zuhause.

Der Bezug der Tobiasmühle brachte zugleich eine Entlastung für die Bewohner:innen auf dem Gelände des Epilepsiezentrums Kleinwachau. Drei- und Mehrbettzimmer konnten zu Doppelzimmern umgestaltet und die Zahl der Einzelzimmer erhöht werden.

Seitdem ist die Tobiasmühle ein fester Bestandteil des Wohnangebots des Epilepsiezentrums Kleinwachau. Beim Gartenfest zum 25-jährigen Bestehen wurde deshalb nicht nur gefeiert, sondern auch auf eine lange und bewegte Geschichte zurückgeblickt: von der Wassermühle an der Großen Röder über das Frauenheim und das Altenpflegeheim bis hin zum heutigen Wohnangebot für Menschen mit Behinderung.

Und so schließt sich auch ein besonderer Kreis: Der Ort, an dem heute Menschen im Außenwohnangebot Tobiasmühle leben, ist historisch eng mit den Anfängen Kleinwachaus verbunden. Karl Graf von Brühl-Renard, der 1889 den Vorsitz des Gründungsvorstands von Kleinwachau übernahm, war zugleich Stifter und Schirmherr der Tobiasmühle.

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