09.09.2026 // Allgemein
Wir trauern um Dr. Hans Geisler
Epilepsiezentrum Kleinwachau und Förderverein trauern um seinen langjährigen Vorstandsvorsitzenden, Unterstützer und Fürsprecher.
Das Epilepsiezentrum Kleinwachau trauert um Dr. Hans Geisler. Der ehemalige sächsische Staatsminister für Soziales, Gesundheit und Familie ist im Alter von 86 Jahren verstorben.
Mit ihm verlieren wir einen Menschen, der die Entwicklung Kleinwachaus über Jahrzehnte begleitet, geprägt und sich mit großer Beharrlichkeit für den Erhalt unserer Einrichtung und die Menschen, die hier leben, lernen, arbeiten und behandelt werden, eingesetzt hat.
Die Verbindung zwischen Dr. Geisler und Kleinwachau reicht bis in die unmittelbare Nachwendezeit zurück. Bereits 1991 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des neu aufgestellten Epilepsiezentrums Kleinwachau e.V. und signalisierte schon damals seine Bereitschaft, sich für die Einrichtung zu engagieren.
Grundsteine gelegt, Weichen gestellt
Als sächsischer Sozial- und Gesundheitsminister von 1990 bis 2002 konnte er entscheidende Weichen auch für Kleinwachau stellen. Er war ein wichtiger Unterstützer in einer Zeit, in der die Zukunft der Einrichtung keineswegs selbstverständlich war. Viele Entscheidungen, die den Fortbestand und die Entwicklung Kleinwachaus nach der Wiedervereinigung ermöglichten, wurden durch sein Engagement vorbereitet und begleitet.
Besonders prägend war sein Einsatz für die Weiterentwicklung Kleinwachaus zu einem modernen Epilepsiezentrum. Die Umwandlung der damaligen Kurzzeitstation in ein Fachkrankenhaus wäre ohne seine Unterstützung in dieser Form nicht möglich gewesen. Auch beim Erhalt der Tobiasmühle setzte er sich mit großer Entschlossenheit für Kleinwachau ein.
Sein Engagement galt dabei nie allein einer Institution: Es galt vor allem den Menschen, für die Kleinwachau da ist. Menschen mit Behinderung und Menschen mit Unterstützungsbedarf standen für ihn im Mittelpunkt. Die Entwicklung der Werkstatt für Menschen mit Behinderung ist ein sichtbares Beispiel dafür. 1998 legte er selbst den Grundstein für das neue Werkstattgebäude.
Ministerpräsidenten in Kleinwachau
2010 wählte er genau diesen Ort für seinen 70. Geburtstag aus und feierte ihn hier im Kreis von Ministerpräsident a. D. Kurt Biedenkopf, dem damals amtierenden Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und zahlreichen weiteren Gästen aus Politik, Kirche, Diakonie und Gesellschaft.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Ministeramt blieb Dr. Geisler Kleinwachau eng verbunden. Am 19. Dezember 2002 wurde er in den Vorstand des Fördervereins Epilepsiezentrum Kleinwachau e.V. gewählt. Von 2010 bis 2014 stand er dem Förderverein als Vorsitzender vor; 2015 wurde er mit dem Goldenen Kronenkreuz der Diakonie geehrt, 2018 schied er aus dem Vorstand aus. Seine Verbindung zu Kleinwachau endete damit jedoch nicht.
2019 wurde er im Rahmen des Sommerfest-Gottesdienstes offiziell aus dem Vorstand verabschiedet und für sein langjähriges Engagement als erstes Ehrenmitglied des Fördervereins ausgezeichnet. Der damalige Landesbischof i. R. Jochen Bohl würdigte dabei insbesondere die christlichen Werte, für die Dr. Geisler stets eingestanden ist.
„ Besonders beeindruckt hat mich sein tiefes Bewusstsein dafür, welch hohes Gut die Freiheit und das Recht auf freie Wahlen sind, und wie selbstverständlich er daraus Verantwortung ableitete. Ich bin dankbar für seine Begleitung, seinen Rat und sein großes Engagement für Kleinwachau. “
Der Glaube prägte Dr. Geisler
Sandra Stöhr, Geschäftsführerin des Epilepsiezentrums Kleinwachau, verbindet mit Dr. Hans Geisler viele Jahre der Zusammenarbeit und des persönlichen Austauschs:
„Dr. Hans Geisler war für mich persönlich ein wichtiger Ratgeber, der kritisch nachfragte, genau hinsah und sich immer die Zeit für die Dinge nahm, die ihm wichtig waren. Besonders beeindruckt hat mich sein tiefes Bewusstsein dafür, welch hohes Gut die Freiheit und das Recht auf freie Wahlen sind, und wie selbstverständlich er daraus Verantwortung ableitete. Ich bin dankbar für seine Begleitung, seinen Rat und sein großes Engagement für Kleinwachau. Wir haben ihm viel zu verdanken.“
Dr. Hans Geisler war ein Mensch, der Verantwortung ernst nahm. Sein berufliches und gesellschaftliches Wirken war geprägt von den Erfahrungen der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit – ebenso wie von seiner eigenen Lebensgeschichte. Die Flucht aus Niederschlesien und sein unerschütterlicher christlicher Glaube prägten seinen Blick auf Menschen, Freiheit und die Verantwortung füreinander.
„ Wir haben ihn als einen Menschen erlebt, der klugen Verstand mit einem großen Herzen verband: Sein umfassendes Wissen, sein unermüdliches soziales Engagement und seine klare politische Haltung waren stets fest in seinem christlich-demokratischen Glauben verwurzelt. “
Ehrendes Andenken
Der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins Epilepsiezentrum Kleinwachau e.V., Jens Gerlach, erinnert an einen Menschen, der Kleinwachau über viele Jahre eng verbunden war und dessen Wirken bis heute nachhallt:
„Mit Dr. Hans Geisler verlieren wir eine Persönlichkeit, die unser Wirken und die Entwicklung des Epilepsiezentrums Kleinwachau über viele Jahre hinweg umfangreich geprägt hat. Wir haben ihn als einen Menschen erlebt, der klugen Verstand mit einem großen Herzen verband: Sein umfassendes Wissen, sein unermüdliches soziales Engagement und seine klare politische Haltung waren stets fest in seinem christlich-demokratischen Glauben verwurzelt. Bei allen Herausforderungen war er im persönlichen Miteinander stets wertschätzend und zugewandt. In Anerkennung seines herausragenden Einsatzes durften wir ihn zu unserem Ehrenmitglied ernennen.“
Dr. Hans Geisler hat dazu beigetragen, dass Kleinwachau nach der Wiedervereinigung erhalten blieb und sich zu einem modernen Epilepsiezentrum entwickeln konnte.
Wir nehmen Abschied in großer Dankbarkeit und mit tiefem Respekt vor seinem Lebenswerk. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau, seinen Kindern und der gesamten Familie sowie allen Menschen, die ihm nahestanden.
Wir werden Dr. Hans Geisler als engagierten Fürsprecher, kritischen Ratgeber und treuen Wegbegleiter Kleinwachaus in Erinnerung behalten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Wir vertrauen darauf, dass er nun in Gottes Frieden geborgen ist.