27.02.2026 // Fachklinik
Klinikstandort Sachsen aufgewertet
Mit einem feierlichen Banddurchschnitt haben Sachsens Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping, Geschäftsführerin Sandra Stöhr und Chefarzt Dr. Thomas Mayer das neue Klinikgebäude „Haus D“ des Epilepsiezentrums Kleinwachau offiziell eröffnet.
Unter den Gästen befanden sich Michael Welsch, Landesbeauftragter für Inklusion der Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen, der Landrat des Landkreises Bautzen, Udo Witschas, Radebergs Oberbürgermeister Frank Höhme, Veit Künzelmann, Bürgermeister von Wachau, Ortsvorsteher Raimund Pecherz.
Rund 80 geladene Gäste aus Politik, Gesundheitswesen, Verbänden, Pressevertreter:innen, Architekt und Baufirmen und natürlich das Team der Klinik begleiteten die feierliche Einweihung am Standort in Radeberg.
2400 Quadratmeter, 36 Betten
Mit einem Investitionsvolumen von rund 7,9 Millionen Euro für Neubau und Sanierung Bestandsgebäude setzt das Epilepsiezentrum Kleinwachau ein starkes Zeichen für die Zukunft der spezialisierten Epilepsieversorgung. Auf rund 2.400 Quadratmetern Nutzfläche bietet das neue „Haus D“ optimale Bedingungen für Diagnostik, Therapie und Pflege von Menschen mit Epilepsie und Anfallserkrankungen.
Drei Stationen mit insgesamt 36 Betten sind hier untergebracht. Die Ausstattung entspricht neuesten medizinischen und technischen Standards. Sämtliche Patientenzimmer sind videoüberwacht, um epileptische Anfälle jederzeit sicher erfassen zu können.
„Unser Klinikneubau ersetzt ein Gebäude, das den Anforderungen einer zeitgemäßen Patientenversorgung nicht mehr gewachsen war“, erklärt Geschäftsführerin Sandra Stöhr. „Ohne die Fördermittel des Freistaates Sachsen hätten wir dieses Projekt nicht realisieren können.“ Rund 5,5 Millionen Euro stammen aus Fördermitteln des Sächsischen Sozialministeriums, die restlichen Mittel trägt das Epilepsiezentrum selbst.
Ländlicher Raum gestärkt
Staatsministerin Petra Köpping betonte: „Ich freue mich sehr, dass wir mit unserer finanziellen Förderung nicht nur die Schaffung von modernen Behandlungsräumen unterstützen, sondern dass dadurch auch ein Ort der interdisziplinären Zusammenarbeit und der Hoffnung entstanden ist. Damit werden die Lebensbedingungen von Menschen mit Epilepsie und ähnlichen Anfallserkrankungen deutlich verbessert. Wir haben mitgeholfen, einen wichtigen Meilenstein in der Gesundheitsversorgung in dieser ländlichen Region zu schaffen, der weit über Sachsen hinauswirken wird. Mein großer Dank geht an Alle, die dieses Vorhaben mit ihrem Fachwissen und ihrem Engagement unterstützt haben.“
Die Fachklinik bildet das medizinische Herzstück des Epilepsiezentrums. Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Thomas Mayer werden auf fünf Stationen rund 1.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr auf 53 Betten behandelt.
Die Spezialisierung auf Epilepsien und komplexe Anfallserkrankungen macht Kleinwachau zur einzigen Einrichtung mit diesem Profil in Mitteldeutschland.
Mit dem Neubau erfolgt keine Erweiterung der Bettenkapazität, dafür sind Behandlung und Aufenthalt nun unter deutlich verbesserten Bedingungen möglich.
Modernste digitale Technik
Besonders profitieren Kinder und ihre Angehörigen. „Für unsere jüngsten Patientinnen und Patienten können wir nun konsequent Rooming-in anbieten. Eltern haben die Möglichkeit, direkt im Zimmer ihres Kindes zu übernachten. Das schafft Nähe, Sicherheit und Stabilität in einer oft belastenden Situation“, so Dr. Mayer. Die Anzahl der sogenannten Rooming-In-Zimmer wurde mit dem Neubau verdoppelt.
Architektonisch wurde das Gebäude in Form eines abgerundeten Dreiecks konzipiert. Helle Räume, warme Lichtführung und freundliche Farben schaffen eine Atmosphäre, die bewusst auf das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten ausgerichtet ist. Jede Station verfügt über 715 Quadratmeter Nutzungsfläche mit vier Doppelzimmern und acht Einzelzimmern. Auch die Stationsstützpunkte für das Pflegepersonal wurden deutlich aufgewertet.
„Neben den Patientinnen und Patienten profitiert vor allem auch unser Klinikpersonal von deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen. Modernste digitale Beobachtungstechnik unterstützt unser Team dabei, Patientinnen und Patienten engmaschig und zugleich diskret zu betreuen“, erklärt Dr. Mayer.
So war der Tag der offenen Tür
Im Anschluss an die offizielle Eröffnung öffnete das neue Gebäude seine Türen für die Öffentlichkeit. So nutzten hunderte Besucher:innen aus Liegau-Augustusbad, Radeberg, Dresden und den umliegenden Gemeinden die Gelegenheit, sich ein Bild vom Neubau zu machen. Auch viele ehemalige Kolleg:innen schauten vorbei – ein starkes Zeichen gelebter Verbundenheit.
Im neuen Gebäude präsentierten sich alle Stationen und Abteilungen der Fachklinik mit ihren vielfältigen Angeboten. Geführte Rundgänge ermöglichten Einblicke in die Patientenzimmer und in den Stationsablauf.
Für die jüngsten Gäste gab es eine Kuscheltiersprechstunde. Mit einem eigenen Anamnesebogen konnten Kinder spielerisch erfassen, wo ihr Teddy Schmerzen hat. Gerade in der Kinder- und Jugendepileptologie sind Vertrauen, Nähe und eine kindgerechte Ansprache entscheidend.
Das neue „Haus D“ ersetzt einen sanierungsbedürftigen Plattenbau aus den 1970er Jahren. Das bisherige Gebäude „Haus A“ wird bis Ende 2026 umfassend modernisiert. Anschließend entsteht dort Raum für weitere therapeutische Angebote, unter anderem für Physio- und Ergotherapie.
„Mit dieser Investition bauen wir unsere Spezialisierung konsequent weiter aus. Das Epilepsiezentrum Kleinwachau gehört damit zu den führenden Einrichtungen seiner Art in Ostdeutschland“, betont Sandra Stöhr. Mit dem Neubau wird deutlich: Hochspezialisierte Medizin, moderne Infrastruktur und menschliche Zuwendung gehören zusammen und haben Zukunft.